Ergo Tipps

Tipps und Informationen rund um die Ergotherapie

Archive for April, 2009

Apr-30-09

Ergotherapeutin oder Basteltante?

posted by Christin

Welcher Ergo kennt diese Aussage: “ihr Basteltanten” nicht? Ich habe das leider schon zu oft gehört, jetzt werde ich hier schreiben, wie es zu einer solchen Aussage kommt und warum wir keine “Basteltanten” sind!

Wie kommt es zu diesem Irrglauben “Basteltante”:

Leider ist unser Beruf noch nicht ganz anerkannt (aber das ist erstmal ein anderes Thema), darum kennen sich Außenstehende zu wenig mit unserer Arbeit aus. Einmal ist mir ein Zivi ins Behandlungszimmer geplatzt und hat die letzten 5 Minuten mit angesehen, danach sagte er: “Ach so ein Beruf möchte ich auch machen - spielen und relaxen den ganzen Tag” - uff, da ist mir buchstäblich die Sprache weg geblieben. Ein anderes mal, habe ich mit einem Kind - aus gutem Grund - handwerklich mit Papier gearbeitet, jemand sieht, dass “gebastelt” wird, also kam wieder der Stempel “Basteltante”! Man kann es fast nicht verübeln, die Menschen, leider auch z.T. medizinische/ pädagogische Berufsgruppen, wie Ärzte, aber auch Lehrer, noch zu wenig wissen um was es eigentlich geht.

Darum geht es eigentlich:

Wozu wird denn gebastelt - ich verwende gerne den Ausdruck handwerklich herstellen? Handwerk ist i. a. sehr indiziert. Wenn ich mit einem Kind “bastele” , mach ich das nicht aus purem Zeitvertreib. Ziele für die Arbeit mit Papier ist: Verbesserung der Feinmotorik, Verbesserung der räumlichen Vorstellung, Verbesserung der räumlich-konstruktiven Vorstellung, Steigerung der Frustartionstoleranz, Kreativitäts- und Ideenentwicklung, … Als Ergotherapeut wird die Therapie vorher schon geplant und es wird sich ein Ziel gesetzt und daraufhin wird ein Medium ausgesucht mit dem das Kind das Ziel aufbauen und näher kommen kann. Das heißt, in dem, so genannten, basteln, steckt ein ergotherapeutischer Hintergrund, jedoch sehen das nur die wenigsten, es wird zunächst nur das gesehen, was gerade gemacht wird. Also, beim nächsten mal, bevor einem “Basteltante” über die Lippen geht, vielleicht erstmal erkundigen, was denn dahinter steckt.

Nicht nur in meiner Berufsgruppe gibt es solche Verwirrungen. Der Physioblogger kennt ein ähnliches Problem - ist er jetzt Physiotherapeut oder Krankengymnast? Was ist da der Unterschied?

Noch Fragen ;-) ?

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Wie schon das Gesundheitsblog und Psychiater und Neurologen im Netz schreiben, ist der Anstieg des Stresshormons Cortisol stark verminder bzw. bleibt der Anstieg aus, dadurch tendieren Jugendliche zu antisozialen Verhaltensweisen. In schwierigen und stressigen Situationen ist ein Anstieg des Cortisol-Spiegels zu verzeichen, bei Jugendlichen die sich antisozial verhalten geht dieser Cortisol-Gehalt im Speichel eher noch zurück.

Cortisol:

  • unterstützt die Gedächtnisbildung
  • erleichtert die Kontrolle von Emotionen (v.a. bei gewaltätigen Impulsen)
  • verändert psychische Reaktionslage
  • wirkt entzündungshemmend
  • morgens ist der Wert am höchsten und geht im Laufe des Tage zurück

In einer Studie verglichen die Forscher um Graeme Fairchild von der Universität Cambridge die Hormonschwankungen von Jugendlichen, die antisoziales Verhalten zeigten mit denen von gesunden Altersgenossen.  Bei einem Computerspiel mit anhaltender Frustration, stieg bei gesunden Teilnehmern der Cortisol-Spiegel an, bei den zum antisozialen Verhalten tendierenden Jugendlichen zeigte sich jedoch kein Anstieg, der Wert ging sogar zurück.

Allerdings ist noch nicht ganz geklärt, ob der Anstieg tatsächlich ausbleibt oder ob das Hormon nicht gebildet werden kann, da die Jugendlichen durch frühere negative Erlebnisse schon gefrustet sind.

Durch verschiedene Trainings- bzw. Therapiemaßnahmen, wie Ergotherapie , kann das Selbstwertgefühl und angepasstes Verhalten (zB. in Form einer Gruppentherapie in der Ergotherapie) trainiert und beübt werden.


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Apr-26-09

Was tun bei negativen Verhaltensweisen?

posted by Christin

Gestern habe ich mich mit einer Mama unterhalten, deren Tochter gerade in den Kindergarten gekommen ist. Die Mama selber hat auch wieder mit der Arbeit angefangen. Das heißt Kind ist bis um drei im Kiga, Mama bis um drei arbeiten, Mama holt Kind ab und muss zu Hause noch den Haushalt schmeißen, Kind muss sich erstmal allein beschäftigen, was vor der Kiga-Zeit noch anders war. Wie das allerdings oft so ist, hat sich Kind Schimpfwörter angewöhnt und Ausdrücke, zB.: “Mama ist doof” und wenn Mama schimpft, lächelt Kind, schimpft dadurch Mama noch mehr, lacht Kind noch mehr. Mama ist ganz verzweifelt und weiß eigentlich gar nicht mehr, was sie machen soll.

Ich denke, bei den Ausdrücken, die sie vielleicht aus dem Kiga kennt, weiß sie gar nicht, was das bedeutet, aber sie merkt, dass sich darüber Mama ärgert. Und das ist der Punkt: da sie weniger Aufmerksamkeit bekommt, als sonst und Mama reagiert, wenn sie, sie ärgert. Und immer, wenn Kind ihr (negatives) Verhalten wiederholt, reagiert Mama noch mehr darauf, in dem sie ihrem Kind nochmehr Aufmerksamkeit gibt. Das ist ja das, was Kind möchte. Würde sie lieb in ihrem Zimmer spielen, könnte Mama sich auf ihren Haushalt konzentrieren, hätte aber weniger Zeit für ihr Kind und könnte ihr weniger Aufmerksamkeit geben.

Kinder wiederholen die Verhaltensweisen mehr, für die sie mehr Aufmerksamkeit bekommen. Was meinen Sie, welches Verhalten wird wiederholt? Wenn sich das Kind negativ verhält und Mama schreit und schimpft oder wenn das Kind etwas toll macht und Mama ihr weniger Aufmerksamkeit schenkt.

Versuchen Sie doch mal, wenn ihr Kind ein gewünschtes Verhalten zeigt, zB.: sich selbst beschäftigt bzw. in Ruhe im Zimmer spielt, schenken Sie ihrem Kind Aufmerksamkeit, indem Sie, und wenn es nur eine viertel halbe Stunde ist,  sich mit dazu setzen mit spielen, loben, dass das so toll klappt. Allerdings, wenn Ihr Kind Schimpfwörter benutzt, wo Sie genau merken, jetzt will es erstmal austesten, wie Sie reagieren. Gehen Sie nicht verstärkt darauf ein, sondern sagen Sie beherzt “Nein! So nicht!” und dann ignorieren Sie weiteres negatives Verhalten. Später dann, sprechen Sie nochmal mit Ihrem Kind darüber, ob es überhaupt die Ausdrücke versteht. Die kurze, beherzte Ansage gilt natürlich nicht nur für Schimpfwörter, sondern auch für Verahltensweisen, die Sie als negativ empfinden, zB.: hauen, Aggressionen zeigen, schreien, … Dafür verstärken und loben Sie umsomehr Positives.

Ich würde mich freuen, wenn Sie einfach mitkommentieren, welche Erfahrungen Sie gemacht haben.

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Apr-25-09

Knetübung 3/10 - die Kugel

posted by Christin

Bewegung aller kleinen Fingergelenke gegen geringen Widerstand:

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  • von der Knetmasse wird ein kleines Stück herausgenommen, damit eine kleine Kugel geformt werden kann
  • die Kugel kann entweder mit allen Fingern in der Fingerspitze geformt werden
  • oder als Steigerung können Sie die Kugel zwischen Daumen und Zeigefingerspitzenehmen und in alle Richtungen ohne Druck rollen,  so dass die Form möglichst erhalten bleibt
  • das gleiche mit Mittelfinger und Daumen, Ringfinger und Daumen und kleiner Finger und Daumen
  • den Arm und Ellenbogen sollten auf dem Tisch aufliegen und die Kugel kann entweder in Pro- oder Supination (siehe Bild) gerollt werden
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Apr-20-09

Entspannungsmusik bei AD(H)S

posted by Christin

So können Sie entspannen mit oder ohne AD(H)S:

Da AD(H)Sler oft:

  • angespannt
  • motorisch unruhig
  • mit den Gedanken oft wo anders sind
  • immer auf Achse

sind, können Entspannungstechniken dabei helfen:

  • zu entspannen
  • sich auf sich zu konzentrieren
  • “einen Gang herunterzuschalten”
  • durchzuatmen.

Eine Entspannungstechnik könnte Entspannungsmusik, die ich auch innerhalb der Ergotherapie einsetze,  sein.  Im Internet habe ich Musik gefunden, die für AD(H)Sler geeignet sind, auch bei Legasthenie und anderen Lernschwierigkeiten. Die Entspannungsmusik nennt sich Lightfall.

Ebenfalls können Binaural Beats als Meditationsmusik bei Stress hilfreich sein.

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Apr-13-09

Tipps für Erwachsene mit AD(H)S

posted by Christin

50 Tipps für Erwachsene mit ADS.

Auch Erwachsene können vom AD(H)S betroffen sein. Da AD(H)S nicht heilbar ist, bleibt dies ja bis in das Erwachsenenalter hinein erhalten. Vorteilhaft ist es natürlich, wenn die Symptome im Kindesalter schon erkannt werden und eine Diagnose gestellt werden kann und danach u.a. eine Therapie gemacht werden kann, die fördert und stärkt.

Durch meine Recherchen bei ergotipps  konnte im Internet  bei ADSlern im Erwachsenenalter lesen, zB. bei Katja, die erst im Erwachsenenalter festgestellt hat, sie hat ADS.  Schon im Kindesalter sei sie verträumt gewesen, hatte schlechte Noten, gab Hobbys schnell auf. Sie ist heute noch wütend, warum das alles nicht schon eher erkannt worden ist. Aber sie schöpft jetzt daraus neue Hoffnung und setzt sich mit ihrer Webseite engagiert ein.

Für ergotipps habe ich darum 50 Tipps ausfindig machen können, die ADSlern im Erwachsenenalter helfen könnten.

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Apr-3-09

Knetübung 2/10 - die Brücke

posted by Christin

Dies ist ein Training der Handgelenksextension bei extendierten Fingern gegen Widerstand:

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  • der Unterarm muss auf dem Tisch aufliegen
  • Hand muss schräg zur Körpermittellinie liegen, damit bei der Extension die Ulnarabduktion vermieden wird
  • dicke Rolle von der Knetmasse auf gestreckte Finger in Höhe der MP-Gelenke auf dem Tisch festkleben
  • Extension der Hand im Handgelenk gegen diesen Widerstand ausüben
  • die Therapeuten sollte die Knetmasse seitlich der Finger halten, damit sich die Masse nicht vom Tisch ablöst

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Apr-3-09

Wollen Sie mithelfen?

posted by Christin

Der Machtkampf Hausaufgaben!

Durch Joe Kennedy wurde ich informiert, dass die Ergenbisse zu einer Umfrage zu Hausaufgaben dramatisch sind.

Sie können also immer noch an dieser Umfrage über ergotipps teilnehmen. Im Anschluss an die letzte Frage bekommen Sie automatisch den aktuellen Stand, wie betroffene Familien bisher gevotet haben.

Interessiert? Machen Sie doch noch mit!

Hier geht’s zur Umfrage


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Apr-2-09

Knetübung 1/10 - die Sonne

posted by Christin

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  • nehmen Sie die Masse als Klumpen und drücken Sie diesen auf den Tisch fest
  • dann zupfen Sie ein kleines Stück Knete ab, ziehen Sie leicht und legen Sie diesen langen Faden ab
  • das können Sie reihum durchführen bis sich die ersten Sonnenstrahlen zeigen ;-)
  • zunächst als Spitzgriff
  • als Steigerung können Sie den Oppositionsgriff einsetzen: Daume-Zeigefinger, Daume-Mittelfinger, Daume-Ringfinger, Daume-kleiner Finger
  • für Kinder wird das ganz attraktiv, wenn zusätzlich in die Sonne ein Gesicht geformt werden kann
  • bei den Kindern kann hier die Kraftdosierung trainiert werden

Morgen werde ich Ihnen den zweiten Teil posten - die Brücke.

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Apr-2-09

Verweigerungen - was tun?

posted by Christin

Von Frustration, Aufgeben bis Verweigern.

Kennen Sie das, wenns zu schwierig wird, verweigert sich Ihr Kind zu Hause oder in der Ergotherapie? Sobald Ihr Kind erkennt oder merkt, die Aufgabe wird zu schwierig, die Möglichkeit könnte bestehen, dass Ihr Kind verliert bei einem Spiel, ist es erstmal frustriert, dann gibt es womöglich auf und als nächstes, wenns ganz schlimm wird, verweigert es - dann kommt man gar nicht mehr ans Kind heran. Das schreibt auch die ChaosMama, deren Tochter sich regelmäßig in der Therapie verweigert und viel schreit. Jedoch hat man in dem Moment schon verloren. Beobachten Sie, warum es verweigert, was ist eventuell vorher passiert, verweigert es immer in gleichen Situationen oder verweigert das Kind immer und überall?  Ich habe mal die Kinder während der Ergotherapie beobachtet, was mit ihnen passiert, wenn sie in den unterschiedlichen Gefühlen stecken:

  1. frustriert: das Kind verzieht Mund und Augen, fängt an zu nörgeln, versucht das Spiel abzubrechen, indem es sagt, dass es keine Lust mehr hat, langweilig ist (wie die Tochter von ChaosMama), wägt hier noch innerlich ab, ob es weitermacht oder abbricht
  2. gibt auf: es hat sich entschieden abbzubrechen, aufzuhören mit der Aufgabe, verschränkt die Arme vor dem Körper, setzt sich zurück, streikt, schaut an einem vorbei, schüttelt den Kopf, steht kurz vor dem Weinen oder weint schon
  3. verweigert: in dieser Phase erreicht man beim Kind nichts mehr, entweder sitzt das Kind einem apatisch gegenüber oder es schreit, weint und wird alles beneinen, beim Kind kommt nichts mehr an, was man sagt

Verweigert das Kind, dann lassen Sie am besten das Kind in Ruhe und wenn es sich beruhigt hat, sprechen Sie mit ihm darüber.

Es kann sein, dass sich das Kind wenig zutraut, ein vermindertes Selbstwertgefühl hat, Angst hat, etwas falsch zu machen, …

Das hilft in meiner Arbeit:

Während meiner Arbeit als Ergotherapeutin hat mir geholfen mich mit dem Kind schon vorher zu besprechen (immer wieder zu Beginn von der Therapieeinheit) und das nur theoretisch. Hier bei ergotipps bekommen Sie die Fragen, die ich den Kindern stelle :

  1. Was passiert, wenn du heute gewinnst? Wie, meinst du, wirst du darauf reagieren?
  2. Was passiert, wenn es Gleichstand steht? Wie wirst du darauf reagieren?
  3. Was passiert, wenn du verlierst? Wie wirst du darauf reagieren? Hier hat zu Beginn das Kind gesagt, dann hört er auf und findet das ganz schlimm, wenn er verliert; an dieser Stelle bespreche ich mit ihm theoretisch, dass wenn, man verliert, nicht schlimm ist, dann kann man beim nächsten mal versuchen, dass man selbst gewinnt, ..

Zuerst hab ich mit der Variante begonnen, dass das Kind gewinnt, hat das, nach Wiederholungen gut geklappt, gehe ich einen Schritt weiter und regel die Spielsituation so, dass es Gleichstand steht, das wird so lang wiederholt, bis es das gut akzeptieren kann. Erst dann, nachdem besprochen worden ist, was passiert, wenn man verliert und das Kind antwortet, dass das nicht schlimm ist und es sich für den anderen freut, kann man zum nächsten Schritt übergehen, dass das Kind verliert. Allerdings dauert dies insgesamt lange, aber es hat bisher immer geholfen.

Auf alle Fälle bestärken Sie immer positiv, loben Sie Ihr Kind!

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