Leider habe ich selbst erfahren müssen, in welchen Klima und Zuständen ich in einer Ergotherapiepraxis habe arbeiten müssen und das eigentlich für längere Zeit, weil ich immer neuen Mut geschöpft habe, dass sich das wieder ändert, aber ich habe einsehen müssen, dass sich nichts ändert. Ich weiss, dass es vielen Ergotherapeuten auch ähnlich ergeht, dass sie unglücklich mit ihrer Arbeit und dem Arbeitsklima sind. Ich habe es allerdings geschafft aus diesem Kreislauf auszusteigen und die Gelegenheit bekommen in einer qualitativ besseren Praxis weiterzuarbeiten. In diesem Artikel schreibe ich, aus meiner Erfahrung heraus, unter welchen schlechten Bedingungen ich gearbeitet habe und in den nächsten Artikel, was sich für mich erheblich verbessert hat und was man tun kann, um ein gutes Arbeitsverhältnis und -klima zu schaffen. Zunächst erstmal zu den schlechten Arbeitsbedingungen in der Ergotherapie: Ich selber habe direkt nach der Ausbildung gleich anfangen können, da ich gleich eine Arbeit bekommen habe. Nur ist man heutzutage froh, wenn man als Ergotherapeut überhaupt erstmal eine Stelle bekommt und noch nicht so intensiv sich damit befasst, was man überhaupt möchte, in welchen Bereich man selbst gehen will - das macht dann natürlich die Erfahrung auch aus. Also, ich habe dann eben genommen, was mir angeboten worden ist. Ich hatte das Glück, aus zwei Angeboten mir eins auszusuchen: Variante eins wäre gar nicht in Frage gekommen, also entschloss ich mich für Variante zwei - eine Praxis. Zu Beginn war ich sehr zufrieden, aber ich habe da schon ein ungesundes Teamklima wahrgenommen. Zudem kam dazu, dass irgendwann Stellen abgebaut worden sind und ein ständiger Therapeutenwechsel stattfand. Irgendwann war ich fast alleine in der Praxis und das war für mich der Grund, zu gehen, da ich mich gerne mit Kollegen austausche und arbeite. Ich hatte einen Arbeitgeber, der selbst wenig Motivation, Freude und Engagement mitgebracht hat, das überträgt sich natürlich auf die Mitarbeiter, wie sich das dann wiederum auf die Patienten und der damit verbundenen Arbeit auswirkt, können Sie sich ja vorstellen. Ich selbst habe immer das Beste daraus gemacht und meine Motivation waren immer noch die Patienten! Durch den Austausch mit vielen Ergotherapeuten habe ich erfahren, dass es oft mangelnde Therapieräume gibt oder mehrere Räume in einem eingerichtet sind. Sollte man vermeiden! Denn man sollte die Therapieangebote trennen, komme ich aber ausführlicher im nächsten Artikel dazu. Leider ist es so, dass Praxen immer mehr zunehmen, dass es keine Begrenzung, wie bei den Ärzten, gibt, die besagt, wieviel Praxen es in einer Stadt maximal geben sollte. Das führt darauf hinaus, dass Praxen immer unsozialer werden und ein hoher Konkurenzkampf entsteht. Dabei sind wir doch ein sozialer Beruf und sollten für das Soziale kämpfen und nicht dagegen! Damit Praxen überleben, bieten viele nebenbei Kurse an, die oft wenig mit der eigentlichen Therapie zu tun haben. Und so kommt alles mögliche in Praxen zusammen - von allem etwas -. Dabei sollte man eher Wert legen, auf Qualität anstatt Quantität. Ein weiteres Problem ist, dass der Ergotherapeut die Möglichkeit hat, direkt nach der Ausbildung eine eigene Praxis zu eröffnen und das ohne Berufserfahrung. Da ist doch schon der Mangel vorprogrammiert. Also, liebe Ergos, bitte halten Sie Ihre Augen offen! Wenn Sie ähnliche oder andere Erfahrungen gemacht haben, tauschen Sie sich gerne hier aus und kommentieren Sie. Mein nächster Artikel dreht sich um Positive Arbeitsbedingungen in einer Ergo-Praxis.