Ergo Tipps

Tipps und Informationen rund um die Ergotherapie

Apr-26-09

Was tun bei negativen Verhaltensweisen?

posted by Christin


Gestern habe ich mich mit einer Mama unterhalten, deren Tochter gerade in den Kindergarten gekommen ist. Die Mama selber hat auch wieder mit der Arbeit angefangen. Das heißt Kind ist bis um drei im Kiga, Mama bis um drei arbeiten, Mama holt Kind ab und muss zu Hause noch den Haushalt schmeißen, Kind muss sich erstmal allein beschäftigen, was vor der Kiga-Zeit noch anders war. Wie das allerdings oft so ist, hat sich Kind Schimpfwörter angewöhnt und Ausdrücke, zB.: “Mama ist doof” und wenn Mama schimpft, lächelt Kind, schimpft dadurch Mama noch mehr, lacht Kind noch mehr. Mama ist ganz verzweifelt und weiß eigentlich gar nicht mehr, was sie machen soll.

Ich denke, bei den Ausdrücken, die sie vielleicht aus dem Kiga kennt, weiß sie gar nicht, was das bedeutet, aber sie merkt, dass sich darüber Mama ärgert. Und das ist der Punkt: da sie weniger Aufmerksamkeit bekommt, als sonst und Mama reagiert, wenn sie, sie ärgert. Und immer, wenn Kind ihr (negatives) Verhalten wiederholt, reagiert Mama noch mehr darauf, in dem sie ihrem Kind nochmehr Aufmerksamkeit gibt. Das ist ja das, was Kind möchte. Würde sie lieb in ihrem Zimmer spielen, könnte Mama sich auf ihren Haushalt konzentrieren, hätte aber weniger Zeit für ihr Kind und könnte ihr weniger Aufmerksamkeit geben.

Kinder wiederholen die Verhaltensweisen mehr, für die sie mehr Aufmerksamkeit bekommen. Was meinen Sie, welches Verhalten wird wiederholt? Wenn sich das Kind negativ verhält und Mama schreit und schimpft oder wenn das Kind etwas toll macht und Mama ihr weniger Aufmerksamkeit schenkt.

Versuchen Sie doch mal, wenn ihr Kind ein gewünschtes Verhalten zeigt, zB.: sich selbst beschäftigt bzw. in Ruhe im Zimmer spielt, schenken Sie ihrem Kind Aufmerksamkeit, indem Sie, und wenn es nur eine viertel halbe Stunde ist,  sich mit dazu setzen mit spielen, loben, dass das so toll klappt. Allerdings, wenn Ihr Kind Schimpfwörter benutzt, wo Sie genau merken, jetzt will es erstmal austesten, wie Sie reagieren. Gehen Sie nicht verstärkt darauf ein, sondern sagen Sie beherzt “Nein! So nicht!” und dann ignorieren Sie weiteres negatives Verhalten. Später dann, sprechen Sie nochmal mit Ihrem Kind darüber, ob es überhaupt die Ausdrücke versteht. Die kurze, beherzte Ansage gilt natürlich nicht nur für Schimpfwörter, sondern auch für Verahltensweisen, die Sie als negativ empfinden, zB.: hauen, Aggressionen zeigen, schreien, … Dafür verstärken und loben Sie umsomehr Positives.

Ich würde mich freuen, wenn Sie einfach mitkommentieren, welche Erfahrungen Sie gemacht haben.

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  1. Karin Said,

    Hallo,
    ich bin Mutter von zwei Kindern und bin immer gefordert und gebe zu, dass es Situationen gibt, in denen ich mal lauter werde. Vorallem in Situationen, wo beide Kinder sich streiten und dadurch sicher meine Aufmerksamkeit wollen. Ich habe es jetzt einmal ausprobiert, wenn ich diesen Streit zunächst ignoriere und ich war überrascht, die beiden konnten es sogar selbst regeln. Dafür schenke ich ihnen mehr Aufmerksamkeit, wenn es ganz ruhig im Zimmer zugeht.
    Liebe Grüße, Karin

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